Pro & Kontra: Routine über alles - soll man der einmal gewählten Sportart treu bleiben?

11. February 2019

PRO

Thomas Borowski hat schon viele Sportarten ausprobiert und ist mittlerweile überzeugt, dass jeder irgendwann die eine Sportart findet, der man über lange Zeit treu bleibt.

Fussball, Trampolin, Basketball, Unihockey, Leichtathletik, Jogging, Tennis, Golf, Windsurfen, Wellenreiten, Wasserski, Kajak, Langlauf, Skifahren, Snowboarden, Yoga, Pilates, Body Combat und sicherlich noch einige mehr: Wie die Liste zu meiner eigenen Überraschung zeigt, habe ich schon einige Sportarten ausprobiert. Manche davon besuchte ich erstmals im ASVZ und gab sie nach ein paar Mal wieder auf. Für Mannschaftssportarten trat ich auch schon mal extra einem Verein bei. Und ein paar der Individualsportarten lernte ich mit Freunden oder ganz für mich alleine kennen. Doch trotz all der Auswahl und der gebotenen Vielfalt ist mir über die Jahre eines klar geworden: Jogging ist DIE Sportart, welche mir am liebsten ist, und der ich am längsten treu geblieben bin.

Langweilig!, mögen einige Leser denken. Über Jahrzehnte die gleiche Sportart betreiben ist doof, reine Routine, und die stumpft bekanntlich ab. Falsch!, lautet meine Antwort darauf: Je länger man einen Sport ausübt, desto lieber wird er einem. Die Routine wird zum vertrauten Vergnügen, der gewählte «Lebenssport» zum verlässlichen Begleiter und sicheren Wert in allen Lebenslagen. So jedenfalls habe ich das erlebt. Deshalb kann ich mit Fug und Recht behaupten, Jogging hat mir in allen Lebenslagen gutgetan. Die beste Erholung nach der stressigen Semesterprüfung? Eine Runde im Irchelpark joggen. Wieder aufwachen, wenn die Vorlesung zum Gähnen langweilig war? Kurz aufs Laufband und ein paar garantiert weckende Kilometer abspulen. Jogging hat immer und überall genützt.

Während der Zeit an der Uni ist mir das liebgewonnene Jogging zum Ritual geworden. Und auch jetzt in der Arbeitswelt kann ich mich jederzeit und in allen Lebenslagen auf die bewährte Jogging-Routine verlassen. Sie lüftet mir den Kopf und macht Platz für Neues. Bei aller Liebe zur Abwechslung – Routine kann auch im Sport ganz viele Vorteile haben.

 

KONTRA

Claudio Zemp langweilt sich im Training leider oft sehr schnell. Er kennt aber ein Mittel dagegen: Einfach mal etwas Neues ausprobieren.

Geboren wurde ich als Sprinter. Bis heute bin ich eher auf der kurzatmigen Seite. Irgendwann lernte ich aber Velofahren und Schwimmen. Im Sommer spielten wir als Kinder Hockey auf der Strasse, egal, wie viele dabei waren. Aber das war vor langer Zeit, als ich noch träumte, Profisportler zu werden. Wer tat das nicht?

Seither sind viele Saisons vergangen. Ich kenne mich selbst inzwischen etwas besser als zu Teenagertagen. Zum Beispiel weiss ich: Ich fahre lieber bergauf als bergab. Und ich mag kaltes Wasser lieber als warmes. Man kann ja nicht alles gleich machen wie alle. Dauerlauf tut mir auch gut. Echt, das habe ich herausgefunden. 

Beim Ballsport werde ich aber wieder zum Kindskopf und die Idee kann nicht neu genug sein. Du forderst mich zum Duell um eine Kiste Bier? Gerne. Sand oder Rasen? Bringst du die Schläger mit? Und wo ist der Platz? Wir treffen uns dort im Morgengrauen. Oder spielen wir Basketball? Unter dem Korb gewinne ich sogar gegen Charles Barkley im eins-gegen-eins - wenn ich den Ball zuerst kriege. Kleiner Scherz (es ist alles nur im Kopf). 

Ach, wenn nur nicht diese Alltagsroutine wäre. Die kann man aber durch ein abwechslungsreiches Sportprogramm brechen. Stell dir vor: Warum nicht einmal ein Training überspringen? Es gibt gute Gründe, um etwas zu ändern. Wir kämpfen alle mit uns selbst und sitzen dabei auf den Schultern der Giganten, die vor uns da waren.

Hier also mein Trainingsplan für dich, wenn dir dein Sport mal verleidet - nur so als Inspiration: Mach mal etwas Anderes, probiere es einfach aus. Montag: Pistolenschiessen. Dienstag: Degenfechten. Mittwoch: Schwimmen. Donnerstag: Springreiten. (Wenn du kein Pferd hast, such‘ dir einfach eins.) Freitag: Ein gemütlicher Waldlauf ins Blaue. Und am Wochenende hast du frei.
 

 

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