Am 04. April 2017 referierte Dr. Bernhard Heusler im Rahmen der ASVZ-Vortragsreihe „Sport & …“  über die Führung eines Hochleistungsteams anhand von Erfahrungen und Herausforderungen als Präsident des FC Basel.

Ein Fussballspiel könne nie komplett kontrolliert werden – und das sei eben die Faszination, sagte Dr. Bernhard Heusler seinem Publikum, das er mit Witz, Schalk und auf den Punkt gebrachten Ausführungen von Beginn an in seinen Bann zog. Kein Wunder erschien dieses zahlreich, verzeichnet der FC Basel unter der Präsidentschaft Heuslers doch schweizweit und auch international beachtliche Erfolge. Wie diese erzielt werden können und welche Bedeutung der Führungsrolle dabei zukommt, erläuterte Heusler in der folgenden Stunde.

Erfolgreich Führen heisse, in guten Zeiten in den Hintergrund treten zu können und das Rampenlicht den Mitarbeitenden zu überlassen, sich im Krisenfall aber vor sein Team zu stellen. „Wenn die Mannschaft gewinnt, feiert, johlend den «Chübel» in die Höhe streckt, will niemand einen Anzugträger in der Runde sehen“, so Heusler. Die Führerrollen und Funktionäre hinter dem Team dürften nicht sichtbar sein. Bei Ausschreitungen jedoch – als Beispiel führte er ein Spiel des FC Basel gegen Red Bull Salzburg an –, müsse man Präsenz zeigen. „Wenn das Image des ganzen Clubs in Gefahr ist, ergibt es Sinn, dass ich als «Blitzableiter für die Empörungsgesellschaft» agiere“, führte Heusler aus. Nicht selten sei der Präsident eines Fussballclubs auch Projektionsfläche: Dieselben Menschen, die ihm im Moment des Erfolgs auf die Schulter klopften, forderten beim nächsten Unentschieden drastische Massnahmen. Diese Blitzableiterfunktion müsse ausgehalten werden, betonte Heusler.

Den Aufstieg zur unbestrittenen Nummer 1 des Schweizer Fussballs und die Konstanz des FC Basels zeigte Bernhard Heusler dem Publikum anhand einfacher Grafiken auf, die wichtige Grundsätze seiner Führungsphilosophie wiederspiegeln. Es ist dem Referenten ein spürbares Anliegen, für den Erfolg der ersten Mannschaft nicht nur die Persönlichkeiten der Spieler zu erkennen und sie als solche zu einem gemeinsam reüssierenden Team aufzubauen, sondern, speziell in Zeiten eines Tiefs, alle seine Mitarbeitenden von den Werten des FCB überzeugen zu können, nämlich von Respekt gegenüber einander und Empathie füreinander. Diese Werte sind es mitunter, die massgeblich zum Erfolg beitragen – in jedem Unternehmen.

Auch dazu gehöre auf der anderen Seite harte Kritik. Ein Präsident, der «everybody’s darling» sein wolle, dürfe nichts anrühren – aber das sei nicht das Ziel. «Kein Sieg ohne Risiko», so Heusler. Er bezog kritischen Themen gegenüber klare Haltung und betonte gleichzeitig die Limits seiner eigenen Führungsrolle. «In diesem Mannschaftssport bin ich der Organisator, nicht der Stürmer oder Verteidiger. Wer führt, muss auch mal einen Schritt zurücktreten und die Mitarbeitenden nicht ausnahmslos kontrollieren.» Passend dazu waren denn auch die Fragen aus dem Publikum kritisch. Auch hier zeigte Heusler: Wer  führt, muss kompetent sein, aber vor allem auch auf Menschen eingehen können. Etwas, was Bernhard Heusler hervorragend beherrscht.

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Text: Anna Rosenwasser
Bilder: Adrian Villiger

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