PRO

Thomas Borowski, hat die Iso-, Taurin- und Süssgetränkephase längst wieder hinter sich und schwört heute einzig auf die durstlöschende Wirkung von reinem Leitungswasser.

JA – es gab sie zugegebenermassen auch bei mir. Die Zeit, als isotonische Getränke meine ständigen Trainingsbegleiter waren und selbstverständlich auch an jedem Wettkampf nicht fehlen durften. Kiloweise schleppten wir die laut Werbung wirksamen Durstlöscher in Pulverform mit uns zum Sport, allzeit bereit, die rausgeschwitzten Mineralien sofort und noch vor Ort wieder in flüssiger Form zu uns nehmen zu können, damit der Körper weiter funktioniert – so jedenfalls hatte es die Werbung des Getränkepulverherstellers suggeriert und vergass dabei so mir nichts, dir nichts das Säuregefühl im Magen zu erwähnen, welches das Zauberpulver unliebsam bewirkte. Später mussten auch das Stiergetränk und die Koffeinbrause schon mal herhalten, wenn die Müdigkeit scheinbar leistungshemmend wirkte.  Und hat all das Gesöff genützt?

NEIN – wage ich heute zu behaupten, Iso-, Taurin- und Süssgetränke sind keine guten Durstlöscher, im Gegenteil, sie sind die Fake News der daran gut verdienenden Getränkebranche.  Wasser ist die einzig ehrliche Antwort auf jeden Durst. Die Phase des Glaubens an die leeren Versprechungen der Getränkemultis ist vorbei. Ich will nach dem Trinken keine blaue oder orange Zunge mehr vor lauter Farbstoffen, ich will keine klebenden Pulver in der Sporttasche. Heute freue ich mich nach dem Sport auf den nächsten Brunnen, den Wasserhahn und das simple, kühle Nass auf der Zunge, und wenn ich will auch im Genick, übers Gesicht, in der Hitze am liebsten gleich über den ganzen Körper. Ein H, eine 2 und ein O... mehr braucht es nicht, und ich bin froh.

 

KONTRA

Claudio Zemp, würde sich am liebsten nur von Luft und Liebe ernähren, trinkt oft Wasser, aber wenn Leistung gefragt ist, schwört er auf etwas mit Zucker drin.

Nichts gegen Wasser. Ein Schluck Wasser ist das Beste, im Notfall wie auch im Alltag. Natürlich haben wir Einheimischen bei dieser Frage gut reden. Am Zürichsee, im Wasserschloss Europas daheim, wo Hahnenburger aus 1200 Brunnen sprudelt, und das erst noch gratis. Selbstverständlich trinken die Kinder am Familientisch zuhause jeden Tag Züriwasser, was denn sonst? Zum Zmorge, zum Zmittag, zum Znacht – sie mögen Wasser einfach am Liebsten.  

Nur bei besonderen Gelegenheiten bekommen die Kids ein Süsswasser spendiert. Das ist aber wirklich selten. Vielleicht wenn sie einmal in einem Flugzeug sitzen, hoch über den Wolken. Oder im Herbst ein Glas Most, naturtrüb. Papa dagegen braucht immer Cola. Vor allem, wenn er einen Sportanfall hat. Oder wenn bei der Arbeit plötzlich Hochleistung gefragt ist. Dann brauche ich literweise und sehr dringend immer das Gleiche: Zucker! Cola mag auf der Dopingliste stehen, aber das ist mir egal. Ein Vorteil im Breitensport: Man wird ja nicht kontrolliert.

Wenn man sich schon etwas Gutes tut, dann sollte man dabei nicht an die Kalorien denken. Wie wir alle wissen, macht ja nur Autofahren wirklich dick. Und vielleicht noch Büroarbeit und Nichtstun. Im Sport aber ist mir jedes Hilfsmittel recht, um ins Ziel zu kommen: Rivella, Cola, Sinalco, Seven-up – egal, nur Zucker muss es schon drin haben, als Treibstoff. Eine Ausnahme bestätigt diese Regel: Supersüsses Redbull trinke ich nie, weil das ist sogar mir zu viel, wäh. Dann lieber nur Wasser. Mit Blöterli bitte.

 

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