Seit 2014, dem Jahr seines 75-jährigen Bestehens, lässt der ASVZ im Rahmen einer Vortragsreihe Exponenten aus Literatur, Wirtschaft, Politik, Technik und anderen spannenden Wissenschaftsbereichen aufs Podium steigen. Der Auftakt fand gestern Abend im Dozentenfoyer der ETH Zürich statt. Über den Dächern von Zürich sprachen die Referenten Prof. Robert Riener und PhD und Dipl. Ing. Anna Pagel vom Labor für Sensomotorische Systeme an der ETH Zürich zum Thema Sport & Robotics. Während Riener dem Publikum den Cybathlon vorstellte, brachte Pagel den Anwesenden vor allem die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Prothesentypen und deren Anwendungen näher.

Das Team von Prof. Robert Riener hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Handicap zu besseren Prothesen zu verhelfen und ihnen damit den Alltag zu erleichtern sowie die Möglichkeit zu geben, Sportarten wie Rennen auszuüben. Zudem sollen die Hemmungen zwischen Menschen mit Handicap und der Öffentlichkeit abgebaut werden. Deshalb haben sie den ersten Cybathlon ins Leben gerufen, welcher im Oktober 2016 im Zürcher Hallenstadion stattfinden wird. Die Planung und Umsetzung für diesen eintägigen Anlass laufen auf Hochtouren, dank dem grossen Medienecho in den vergangen Tagen haben sich zahlreiche interessierte Teams aus dem In- und Ausland wie auch potentielle Partner gemeldet. Geplant ist, dass sich etwa acht bis zehn Teams in sechs Disziplinen messen, wobei jeweils die Leistungen der Teilnehmer wie auch der Entwickler der Prothese ausgezeichnet werden. In allen Disziplinen werden die Teilnehmer einen Parcours mit unterschiedlichen Hindernissen bewältigen müssen, wobei es sich vor allem um Hindernisse aus dem Alltag handelt. Als Beispiel dafür nennt Riener Tische, Treppen oder Rampen, die es zu bewältigen gilt.

Während herkömmliche Prothesen sich beispielsweise zum Gehen eignen, versagen die gleichen Prothesen bereits beim Treppensteigen oder beim Sport. Anders ist dies bei den neuartigen Prothesen wie sie auch an der ETH Zürich erforscht werden: Diese integrieren Elektronik, ermöglichen dadurch eine sicherere Fortbewegung und gehen individuell auf den Menschen ein. Die Bewegungsmuster werden am gesunden Körperteil ermittelt und auf die Prothese übertragen. Diese ausgeklügelte Technik ermöglicht den Betroffenen eine Vielzahl von sportlichen Aktivitäten auszuüben, findet aber auch im Alltag Anwendung. Gegebenheiten, mit denen sich die Forschung aktuell noch beschäftigt sind das hohe Gewicht sowie die niedrige Akkuzeit der Prothesen. 

Text: Diana Romagnoli