Pro & Kontra: Kalt duschen - sicher scho oder lieber nöd?

16. Januar 2023

Pro

Claudio Zemp duscht seit mehr als 30 Jahren ausschliesslich kalt. Seit er damit auch etwas Gutes für das Klima und das Vaterland tut, fühlt es sich noch besser an.

Wieso ich kalt dusche? Ganz einfach, weil es günstiger ist. Und um Energie zu sparen natürlich. Am Morgen, wenn ich in der Regel nur kurz dusche, habe ich nämlich nie viel Zeit. Darum halte ich mich exakt an die Vorgaben der Obrigkeit. Maximal 5 Minuten, minimaler Wasserverbrauch. Und eiskalt, das ganze Jahr über, weil dies auch die Energierechnung am wenigsten belastet. Im Übrigen ist es erwiesen, dass 5 Minuten täglich kalt duschen das Gesündeste ist, auf lange Zeit. 

Dass ich überhaupt kalt dusche und nicht etwa lauwarm oder heiss, hat eine Reihe angenehmer Nebeneffekte. Erstens kann man damit, wenn einem nichts einfällt, auf Partys oder in einer Warteschlange Small Talk machen. „Wie duschst du denn?“ ist die unterschätzteste Pick-up-Line ever. Zweitens friert man nicht, wenn man die Dusche verlässt. Und drittens ist auch der Spiegel nicht beschlagen, da kann man seinem eitlen Vis-à-Vis einen mutigen Blick zuwerfen, augenzwinkernd natürlich, bevor man sich cool in den Tag stürzt.  

Einmal im Jahr gönne ich mir natürlich trotzdem ein Dampfbad. Dies ist der allgemeinen seelischen Hygiene und der ganzheitlichen Wellness geschuldet. Was bei anderen der jährliche Langstreckenflug ist, ist bei mir das warme Sprudelbad. Oder eine Sauna im Schnee, alternativ. Es muss auch nicht Finnland sein, aber es kann. Hauptsache im Freien. Denn ich liebe die arktischen Kontraste zwischen Hühnerhaut und porentiefer Reinheit. Alles klar? Nun muss ich aber los: Keep cool und tu was fürs Klima!



KONTRA

Thomas Borowski duscht gerne warm. Aber wenn es der Menschheit dient und die Strommangellage es verlangt, ist er zwangsweise auch zu Kompromissen bereit – wie zum Beispiel dem Blitzduschen.

Wie das alte Jahr aufgehört hat, geht es im neuen Jahr gleich weiter: Die drohende Strommangellage und Energieknappheit sind trotz meinen innigen Neujahrswünschen nicht von der Erdoberfläche verschwunden. Was mir natürlich von Vornherein klar war – aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Also gilt selbstverständlich auch im ASVZ weiterhin die Devise, Energie sparen, sparen, sparen! Ganz zuvorderst im Sparreigen tanzt der Warmwasserverbrauch in den Duschen, zählt die Warmwasseraufbereitung doch zu den grössten Energieschleudern. Bei täglich weit über 1000 Trainierenden vor Ort und entsprechendem Duschbedarf, rauscht da ganz schön viel Warmwasser durch die Leitungen.

Und weil ich mich zu den bekennenden Warmduschern zähle, missfällt mir die Duschregelung (möglichst kurz und möglichst kalt) natürlich gehörig. Ich bin nun mal der Typ Mensch, der an der Kälte rasch friert. Das ist nach einem schweisstreibenden Training in der jetzigen Winterzeit suboptimal. Klar vertrage ich zur kurzen Abkühlung kaltes Wasser auf der Haut. Aber gleichzeitig kommt mir dann immer wieder in den Sinn, wie das damals war mit dem Saunabesuch und der Schockabkühlung im See: Mein wohlig gewärmter Körper vertrug den Sprung ins eisige Nass leider nicht – der sofortige Hexenschuss machte das sehr schmerzhaft deutlich. Seit diesem Tag vermeide ich den Kaltwasserkontakt wenn immer möglich.

Womit wir beim klassischen Dilemma wären: Verantwortungsvolles Kaltduschen mit gutem Gewissen kontra körperschonendes Warmduschen mit schlechtem Gewissen. Als Entscheidungshilfe nützt da auch die wissenschaftlich belegte Erkenntnis wenig, dass kalt duschen viel gesünder ist als warmes. Tut mir leid! Wer von euch mit dem gleichen Dilemma konfrontiert ist, dem empfehle ich (m)eine einfache Konfliktlösung. Ich hab für mich das Blitzduschen entdeckt – kurzes Annässen, rasches Einseifen (ohne Duschstrahl), Seife abduschen, fertig! Das Bisschen Warmwasser, das ich so verbrauche, wird die globale Energiekrise hoffentlich kaum verschlimmern. Ausserdem versuche ich, der Umwelt und mir entgegen zu kommen und drehe die Wassertemperatur langsam runter. Das Jahr ist ja noch lang…

 

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